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Thursday, September 07, 2006

Anbei für meine Deutsche Leser ein kleines Beispiel meiner literarischen Aktivitäten auf der Sprache von Goethe...
Und ich sage literarisch und nicht wissentschaftlich...



AGONALITÄT UND SPIEL

Was ist Agonalität ?

Der Begriff Agonalität stammt aus “Agon”, der griechische Gott des Wettkampfes.
Als Agonalität versteht man, allgemein, die angeborene Sucht, der erste sein zu wollen.
Die allgemeine Definition Huizingas beschreibt eine menschliche Veranlagung die durch soziale Multiplikatoren in vielen verschieden Phänomenen mundet.
Für Huizinga die Agonalität kommt aus dem Spiel als übergeordnete Kulturschaffende Kategorie.

Das Problem und auch Ziel dieser Hausarbeit ist mehr über die Agonalität zu wissen und dafür werde ich bestimmte Phänomene zeigen die unter der Lupe der Agonalität oder diesem angeborenen Instinkt ,immer der erste zu sein, verstanden werden können. Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Instinkt (Biologie) oder soziale Kategorie? Oder beides ?

Die Agonalität ist keine reine westliche Kategorie, und da wo Menschen geben wird man immer verschiedene agonale Verhaltensformen erkennen.

Was charakteristisch von der westlichen Kultur ist, ist das Eindringen dieser Agonalität in verschiedene Bereiche der Kultur und Alltagsleben wie Politik, Philosophie, oder Wissenschaft.

Das agonalische Dreieck

Mit dem Begriff “agonalisches Dreieck der westlichen Kultur” versuche ich die westliche Agonalität auf verschiedenen Ebenen zu erkennen. Dafür benutzte ich die überschneidenden Werke von drei verschiedenen Autoren die sich mit dem Thema nach verschiedenen Perspektiven beschäftigt haben. Huizinga, Colli und Schopenhauer

Huizinga zeigt in seinem Buch der Homo Ludens wie das Spiel als Darstellung von etwas verstanden werden kann. Das Spiel wäre die Repräsentation von einem tieflegenden menschlichen Instinkt oder Neigung. Aus dieser Neigung, die Welt zu repräsentieren, entstehen die Knoten eines tieferen Verständnisses der menschlichen Welt.

Die Frage von Huizinga bezieht sich immer auf diese “repräsentative Neigung” des Mensches. Angesichts die Schwierigkeit mit Objekten oder abstrakten Konzepten zu handeln, die Menschen stellen diese Objekte durch Repräsentationen dar. Die Repräsentation ist tragbar (Wort, Bild), kombinierbar in Syntagmen oder Reihen, wie bei der Sprache, wo die einzelnen Elemente oder Wörter sich auf sich selbst zuerst beziehen und gleichzeitig neue Bedeutungen Annehmen im Bezug auf das ganze.(der Satz).

Mit einem syntagmatischen System kann ich die abbildende Funktion der primären Repräsentationen überwinden was das Schema Signifikant-signifikant auch immer wieder überwindet.

Bei dieser Überwindung der realen Welt, die der Signifikanten, ist das Spiel zu analysieren.



Das Spiel der Wahrheit bei Giorgio Colli

Das Werk vom italienischen Philosoph Giorgio Colli beschäftigt sich hauptsächlich mit der Philosophie der Repräsentation und mit der Interpretation der griechischen Welt.

In seinen Werken “Geburt der Philosophie”, “Philosophie der Repräsentation” oder “die Griechische Weisheit” zusammen mit der Übersetzung ins italienische des Gesamtwerkes Friedrich Nietzsches , versucht Colli, die heutige Interpretation der griechischen Kultur nach einer “wahren griechischen Perspektiv” zu erklären.

Diese “wahre Interpretation” kann nicht durchgeführt werden ohne vorher das Konzept von Wahrheit Collis zu definieren.

Für Giorgio Colli das Konzept von Wahrheit ist durch die Zeit mehrere Male verändert worden. Die Wahrheit scheint unmittelbar verknüpft t zu sein zum Autoritätskriterium einer bestimmten Gesellschaft.
Um das Konzept von Autoritätskriterium zu erklären, fangen wir mit dem sprachlichen : Autorität ist die soziale Anerkennung einer Fähigkeit. Nicht mit Macht zu verwechseln die Macht ist nur die Fähigkeit durch Gewalt diese Anerkennung durchzusetzen.

In seiner historischen“Reise” durch die Welt des Autoritätskriteriums, (die Geburt der Philosophie) zeigt Colli wie die westliche Gesellschaft von den Hyperborern, Vorsokratikern, über die christliche Religion bis zum Tage der allmächtigen Wissenschaft sich verändert hat.

Der „Triebstoff“ dieser Veränderungen sind immer die falschen Interpretationen und die Fehlübertragungen von Erkenntnissen von einem Bereich auf den anderen.

Die Collis geschichtliche Untersuchung fängt mit dem Aussage dass die Weisheit das erste Autoritätskriterium der griechischen Welt gewesen sei. Durch die Weisheit können die Menschen die Zukunft Vorhersagen, und die Zukunft vorherzusagen ist auch mit der Erhaltungsfunktion der Gesellschaft zu verknüpfen. Die Philosophie nach Platon ist die Liebe zur Weisheit. Mit Ehrfurcht sieht Platon auf die Vergangenheit, auf eine Welt in der es wirklich die Weisen noch nicht gegeben hatte. Aber diese Liebe zur Wahrheit tiefer steht als die Weisheit selbst.

Nach dem Kult von Delphi, weise ist nicht wer reich an Erfahrung ist, wer sich durch technisches Geschick klug zu helfen weiß. Weise ist wer Licht ins Dunkel wirft…, wer die Knoten löst, wer das Unbekannte offenbart und das Ungewisse bestimmt. Die Erkenntnis der Zukunft ist ein Teil der Weisheit und der Kult von Apollo ist die Feier der Weisheit.
Um zurück zur Eigenartigkeit der westlichen Kultur zu kehren: Andere Völker kannten und rühmten die Wahrsagekunst aber kein andres Volk erhob sie zum entscheidenden Symbol (wieder die Repräsentation), durch das sich die Macht in Erkenntnis ausdrückt, wie bei den Griechen geschah.

Die allgemein Anerkennung der Fähigkeit des Wahrsagers um Licht ins dunkle zu werfen und das Wort des Gottes auszusprechen sowie die Ordnung ,Form und Zusammenhang in denen diese Worte sich präsentieren verraten ,dass es sich nicht um menschliche ,sondern um göttliche Worte handelt.
Diese menschliche Unfähigkeit die Worte des Gottes zu begreifen lässt uns nur entziffern oder interpretieren da wo die Götter deuten.
Die Initiation in die Mysterien von Eleusys gipfelte in einer Epopteia oder mystische Vision von Seligkeit und Läuterung. Voraussetzung für den Wahrsager war die Bedingungen des Individuums vollständig abzustreifen oder ein absoluter Verzicht auf die Individualität auszuüben. Sollte die Agonalität mit der Individualität verknüpft sein dann die Zeit des Orakels stellt die Zeit der anonymen Wahrheit dar. Das Wort des Gottes und seiner menschlicher Ausdruck: die vollständige Kopplung zwischen Signifikant und Signifikat. Der Wahrsager , der Mensch ist nur ein Mittel dieser Lieferung. So das Kommunikationsschema der mythischen Wahrheitslieferung betrifft nur ein Subjekt (der Gott) und ein passives Objekt oder Mittel (der Mensch).

Die Nietzsches Entgegensetzung den dualen Impuls apollinisch-dyonisisch wird von Colli im Frage gestellt. Es handelte sich nicht nur um Vernunft und Selbstbeherrschung gegen mundäne Kreativität sondern um eine ständige gegenseitige Verfolgung von Gegensätzen. Hier kann man nicht über Opposition reden sondern über eine gegenseitige Rollenverteilung aus der ,keine neue Göttlichkeit stände sondern die endlose gegenseitige Behauptung von der Niederlage der beiden.

Zu der Identität Apollos gehöre seines Selbstfurchts und die Suche nach dyonischen zückenden Ausdrucksformen.

Der Bogen und die Lyra

Das Prädikat von Apollus ist nicht die Vernunft sondern „der jenige ,der vollständig zerstört“. Unter seinen Beinamen finden wir “der, der von ferne trifft“ und der ,der von ferne wirkt“ .Seine Attribute sind der Bogen und die Lire. Der Bogen, die asiatische Waffe, spielt auf eine indirekte, vermittelte, verzögerte Aktion an. Die Präzision der Lyra und der Musik verbindet die Identität von Apollos mit dem spielerischen Charakter jeder agonalen Äußerung. Die musikalische Sanftmut Apollos weicht seiner tief verwurzelten agonalischen Grausamkeit.

Bei der Rede über die mania, den Wahnsinn ,die Sokrates im Phaidros hält wird die Verbindung zwischen dieser mania und Apollo sehr klar hervorgehoben.
Die mania tritt uns ,historisch betrachtet, entgegen etwas noch früher als das Phänomen der Wahrsagung. Der Wahnsinn ist denn der Ursprung der Weisheit.

Im griechischen hat das Wort „Bogen“ denselben Klang wie das Wort „Leben“ und also ist das Symbol Apollos das Symbol des Lebens. Das Leben wird als Gewalt ,als Mittel zur Vernichtung interpretiert: der Bogen Apollos bringt den Tod.

In einem anderen Fragment von Heraklit wird erwähnt „die Widerstreitende Harmonie wie die des Bogens und die Lyra“. Diese Instrumente waren in der Zeit, als der Mythos entstand , nach einer ähnlichen Gestalt und aus demselben Material hergestellt, den Hörnern eines Ziegenbocks.

Die Werke des Bogens und der Lyra , der Tod und die Schönheit stammen also von ein und demselben Gott, sind der Ausdruck einer identischen göttlichen Natur.

Rätsel und Agonalität

Der Charakter des Schrecklichen und Grausamen , den die griechische religiöse Tradition Apollo zuschreibt , sein feindliches, agonalisches Handeln gegenüber der menschlichen Welt sind bereits aufgezeigt worden: zu diesem Bild gehört auch der rätselhafte Aspekt des apollinischen Wortes. Die Formulierung eines Rätsels enthält für die Griechen ein schreckliches Potential von Feindseligkeit. Nur wer das Rätsel löst ,kann sich selbst und seine Stadt retten: die Erkenntnis ist die letzte Instanz , im Hinblick auf sie wird der höchste Kampf des Menschen geführt. Die entscheidende Waffe ist die Weisheit. Und der Kampf geht auf Leben und Tod: wer das Rätsel nicht löst , wird von der Sphinx verschlungen, wer es löst (der erste Sieger ist Ödipus) wirft die Sphinx in den Abgrund. Solche einander widerstreitenden Elemente der Tradition zeigen deutlich , dass hier eine göttliche Willkür eingreift ,dass etwas Störendes, Unerklärliches ,Irrationales und tragisch Absurdes in die menschliche Sphäre eindringt.


Die destruktive Vernunft

Viele Generationen von Dialektikern schaffen in Griechenland ein System der Vernunft, des logos als eines lebendigen, konkreten und rein mündliches Phänomens. Einer schriftlichen Diskussion, wie bei Platon, fehlt das menschliche Pathos ,Präsenz des Gesprächpartner, die Sprache ihrer Blicke etc... und kann als Surrogat des ursprünglichen Phänomens der Rhetorik verstanden werden.

In der Anlage der griechischen Diskussion selbst liegt eine destruktive Absicht. Die These des Antwortenden in der Diskussion gewöhnlich vom Frager wiederlegt wird aber wenn der Antwortende sich die eine These zu eigen macht ,wir diese vom Frager widerlegt werden, entscheidet er sich aber für die entgegensetzte These, so wird diese gleichfalls vom Frager wiederlegt.
Die Konsequenzen dieses Mechanismus sind verheerend. Jedes Urteil, an dessen Wahrheit der Mensch glaubt ,kann wiederlegt werden.
Wenn eine Behauptung als wahr erwiesen wird , die Behauptung ,die ihr widerspricht, falsch ist und umgekehrt. Aber wenn man zuerst eine Behauptung und dann die ihr widersprechende Behauptung als wahr erweist ergibt sich dass beide Behauptungen wahr und falsch zugleich sind ,was unmöglich ist.

Man könnte diese Situation als ein „intellektueller Naturzustand „ im Sinne von Thomas Hobbes, bezeichnen aber das Problem ist nicht nur philosophisch sondern darf auch auf den Bereich der Politik übertragen werden. Über das Eindringen der Agonalität durch Zweitkampf oder Duellum in den Politischen Diskurs habe ich schon kurz gesprochen, aber ein sehr interessantes, und sogar agonalisches Thema, wäre zum Beispiel die Analyse der akrobatischen Machtkoalitionen , wo die klassischen Unterschiede zwischen Links und Rechts verschwinden um ein zweiköpfiger Drache auf die politische Welt zu bringen. Dieser Drache ist gleichzeitig vom Links und Rechts, rot und schwarz, null und ein... oder gar nichts. Diese gegenseitige Assimilation der Identität des Gegners ist bereits bei der dualen Erscheinungsformen Apollos – Dyonisus erklärt worden und ,nach Colli, ersetzt das Parmenides Prinzip der menschlichen Logik nämlich- es ist oder es ist nicht-.





Der Wettkampf als agonalische Form

Die Spieldefinition Huizingas gibt uns keine weitere Erklärung über den Charakter der Wettspiele der urgriechischen Zeit. Hier das Spiel überschreitet die Grenzen des menschlichen Lebens ,dann theoretisch, bei diesen Spielen kann man nicht über „Spiel“ reden sondern über eine stark kulturelle Neigung der westlichen Gesellschaft die auf Spiel basiert ist aber die schon eine ganz verschiedene Qualität der des Spieles auszeichnet .

Das Spiel befindet sich hier zwischen Leben und Tod. Der Tod liegt außerhalb des Spielsystems.

Sollten diese Wettkämpfe Repräsentation von etwas sein sollen wir uns fragen was sie in wesentlichen darstellen.

Mit unseren heutigen Sozialwissenschaftlichen Analyseinstrumenten fällt uns einfach eine Welt von Kampf um das Überleben vorzustellen. Ein tierisches Instinkt von Zerstörung und Durchsetzung auf Kosten der Schwächeren (Darwin), der Ärmeren (Marx) oder als reine Machtpolitik um die innere Konsistenz des sozialen Systems zu garantieren. Aber die Anacronie des Historizismus dürfte zu Fehlinterpretationen ,bzw, reinen modernen Phantasien mit pseudowissenschaftlicher Neigung führen.

Die ersten kretischen Wettkämpfe zeigen eine wesentliche Qualität: der Mensch versucht das Enigma zu entziffern. Der Kampf gegen die Unwissenheit, das Unvorhersehbares wird vom dem Paar Mensch gegen Tier dargestellt. Der Sieg des Menschen gegen das Tier (Minotaur) kann heute als die Durchsetzung des Menschen gegen die Natur interpretiert werden, oder anders gesagt, da wo das Tier sich durchsetzt, müssen die Menschen zurücktreten und umgekehrt.

Diese binäre und agonalische Form bietet den Menschen eine einmalige Chance vom dem Schicksal oder Wille des Gottes zu fliehen. Die Eigenschaft „vom Wille des Gottes zu fliehen „ gehört den Helden oder Söhnen der Göttern. Es gehört dadurch auch zu den Helden die Kapazität das Enigma zu entziffern und nicht nur das sondern auch den Gotteswillen vorherzusehen was, zB , den spanische Stierkämpfer auf der gleichen Ebene des Wahrsagers oder heutigen Wissenschaftler setzt.

Der Wettkampf, oder seine Durchführung bis zum Tode war in Wirklichkeit eine sehr außergewöhnliche Form des Spieles und zwar nicht von außen reguliert sondern von Ihnen.

In bestimmten Fällen wurde den Spielern die Möglichkeit gegeben sich bis zum Tode zu kämpfen, .aber diese Wahl lag außerhalb der sozialen Regulierung der Spielzeremonie, so es war eine freiwillige Angelegenheit was zu der Spielbetrachtung Huizingas als etwas freiwilliges immer noch gehört.

Diese Form vom Spiel entmündete in der Zeit der römischen Republik in den Gladiatorenspielen welcher Teilnahme nicht eine freiwillige Angelegenheit war und dadurch von uns nicht mehr als reines Spiel betrachtet werden kann.

Nur in Zeit des Imperiums werden gemischte Spielkategorien mit Tieren und Menschen eingeführt. Viele von diesen Kombination versuchten bedeutende Schlachte der römische Geschichte darzustellen. Die Entstehung der „Stravaganzi“ (extravagant, periphärisch) mit dem Einsatz von Tieren, Fahrzeugen, außergewöhnlichen Waffen, Wasserszenarien etc war nicht immer angenehm dem römischen Hofsgeschmack die für eine lange Zeit solche Kombinationen für Spießig oder Provinzialisch hielte.

Agonalität ist eine Kulturkategorie die aus der Freiwille entstanden ist. Das Respekt des menschlichen Lebens und die Freiwillige Teilnahme scheinen die wichtigsten Kriterien zu sein um verschiedenen agonalische Formen zu analysieren.



Der Krieg als agonalische Form.

Der Krieg als agonalische Form bleibt seit Jahrhunderten unverändert aber die westliche Kultur und seine Philosophie, anscheinend von der schweren Last der Ethik befreit, bestätigt die Wichtigkeit des Krieges als entscheidender Entwicklungsfaktor unserer Gesellschaft.

Der Krieg wäre ,immer nach der Spieldefinition Huizingas, kein Spiel mehr obwohl ,abgesehen von der unbequemen Tatsache seines selbstverständlichen Folgen, die Kriegshandlung und Inszenierung mehr an eine Art vom Tanz oder Theater erinnert. als an eine unfreiwillige Veranstaltung.

Der Fall des Krieges als extremster aller agonalischen Formen zeigt grössere Schwierigkeiten als andere agonalische Formen.
Erstens wird von Huizinga selbst den geordneten Kampf als ein Spiel genannt . Der Krieg äußerst sich als eine Form einer geordneten Kampf.
Zahlreiche Beispiele von Kriegsstrategie Büchern zeigen uns Diagramme die zum Verständnis der Schwierigkeit der Lage beitragen. Diese bewegenden Linien von Grenzen ,Angriffsrichtungen, Städte , Flüssen ,sind eine entfernte Repräsentation
dieser Todveranstaltung namens Krieg. Das Gewebe des Krieges simuliert ,von oben betrachtet, die Struktur eines menschlichen Spieles wie Schach oder Strategie Games.
Jeder an beschränkende Regeln gebundene Kampf trägt schon durch diese geregelte Ordnung die wesentlichen Merkmale des Spieles…

Der intrahistorische Blick der Geschichte oder der Blick von der Perspektiv des Individuums lässt uns nicht die gesellschaftliche Erhaltungsfunktion des Krieges sehen. Was auf der gesellschaftlicher Skale als Erhaltung gilt, ist für den Soldat oder den Kämpfer eine ununterbrochene Gefahr mit oft, tödlichem Ergebnis.

Diese Einschätzung des Kriegsphänomen ,als eine teilweise soziale Veranstaltung, teilweise ein persönliches Erlebnis, sollte uns helfen um die Agonalität besser zu verstehen und ,vor allem, das gesellschaftliche des Phänomens als eine mögliche Übertragung der menschlichen Veranlagung vom Instinkt zu diferenzieren.

Nur um die Komplexität des Krieges als agonalische Phänomen einen anderen Fall zu erwähnen ,der den totalen Krieg wird auch von Huizinga die Schwierigkeit dieses Falles überlegt.
Der totale Krieg ohne Kriegserklärung ,von Friedenszustand einerseits und von verbrecherischer Gewalt andererseits verfügt nicht über die auch von Huizinga verteidigter Meinung der Kulturfunktion des Krieges.
Hier werden die verschieden Gemeinschaften nicht mehr als Menschen anerkannt und das spielerische der Veranstaltung verschwindet um ein ganz andere Form anzunehmen: das Verbrechen im Name der Selbsterhaltungsfunktion unserer Gesellschaft.

Wahrscheinlich könnte Huizinga nicht mehr die Zukunft des Krieges vorhersehen, oder besser ausgedrückt , könnte nicht mit dem heutigen Charakter des Krieges rechnen ,nämlich, einen elektronischen Krieg ,einen Computer -gesteuerten Krieg wo der Feind unter einem indirektem Darstellungssystem repräsentiert wird. Diese elektronische Repräsentation macht schwieriger die Erkennung des Feindes als Mitglieder einer menschlichen Gesellschaft genau wie in der Vergangenheit, und immer noch heute, die Feinde wurden oft als Barbaren, Teufel, Heiden ,oder Untermenschen bezeichnet ,das heißt, völlig außerhalb unserer Kultur oder Naturkreises.

Aber es gäbe noch ein interessanter Faktor beim Kriegsanalyse der von Huizinga nicht erwähnt wird: der Bürgerkrieg oder der Krieg zwischen zwei verbundenen Stämmen. Wie kann es sein dass bei diesen Kriegen zwischen Nachabarn, oder Gemeischaften, die oft neben einander aufgewachsen sind (wie bei jedem Bürgerkrieg) oder bei den Hutus und Tutsis ,oder Engländer und Deutschen während des Bombenkrieges des zweiten Weltkrieges, die zerstörerische Wahn steigt auch?

Dieses Beispiel sollte das spielerische des Krieges auf die Kategorie des Spekulatives reduzieren um sagen zu können dass ,abgesehen vom archaischen Krieg , oder ganz gelegentlichen Wettkämpferischen Angelegenheiten, der Krieg gehört zur Spielkategorie nur bei seiner sekundären Darstellung. Die Teilnahme ist sogar nicht immer frei sowie die Erhaltungsfunktion oft mehr eine kontraproduzente Wirkung auf die Selbsterhaltung der Gesellschaft aufweist . Durch die Analyse des Kriegfalles und verschiedenen Kriegstheorien versuche ich mehr zum Thema der Agonalität als Kulturwissenschaftliche Kategorie oder als Trieb zu erläutern.


Über die positive Wirkungen des Krieges auf eine Gesellschaft haben sich mehrere Philosophen geäußert. Aber es handelt sich hier nicht um die Wichtigkeit des Krieges als technischer oder ökonomischer Faktor zu analysieren sondern als Darstellung von etwas oder als Herausforderung zum Denken.

Platons Politeia.

Bei Platons Politeia fallen Erziehungskompetenzen der gesellschaftlichen Kriegerschicht was wieder vom Bereich Trieb oder Instinkt uns entfernt. Man könnte über eine gesellschaftliche erzogene Kategorie sprechen, oder bei der Abwehr des Feindesangriff als eine Selbsterhaltungsfunktion eines beliebiges gesellschaftlichen Systems.

Martin Suhr und Ulrike Kleemeier vertreten die Meinung, dass alle Fragen, mit denen sich die platonischen Schriften befassen, ihren Ursprung in den permanenten Kriegen bzw. gewalttätigen Auseinandersetzungen Athens mit seinen Nachbarn hätten. Tatsächlich bildete die ständige Präsenz von Gewalt und Konflikt eine geschichtliche Herausforderung zur Reflexion. Speziell die Politeia ,wörtlich „zum Leben in der Stadt“ ,sollte eine Antwort auf das Ereignis des peloponesisichen Krieges sein.

Bei dem Polemos (Krieg) Dialog, Polemarchos ist der Sohn von Kephalos, ein reich gewordener Kaufmann ,der sein ganzes Leben dem Geldverdienen gewidmet hat. In diesem Vater-Sohn Verhältnis spiegelt sich bereits die Kriegsursprungstheorie der Politeia, der zufolge die hauptsächliche Ursache von Kriegen in der Besitzgier oder pleonexia zu finden ist.

In Zusammenhang mit der Kriegsursacheanalyse ist auch die oft gestellte Frage zu erörtern , ob der Krieg in der Natur des Menschen angelegt ist oder ob es sich um ein Phänomen handelt , das politische oder gesellschaftliche Ursprunge hat .

Der Weg zur „besten“ Polis

Die erste Polis entsteht , weil der einzelne zur Befriedigung seiner Bedürfnisse anderer Menschen bedarf. Dadurch kann man sagen dass das ursprüngliche Fundament der Polis ökonomischer Art ist. Die Menschen bilden die Polis weil sie nur im kollektiv ihre Bedürfnisbefriedigung rationell gestalten können. Die allererste Polis ist nur überhaupt als eine Lebensgemeinschaft zum Zweck der Arbeitsteilung definiert.

Im Politikos erzählt der Dialogführer über eine mythische Stadt namens Kronos wo die Menschen zufrieden lebten ,ohne Krieg ,Zwiespalt ,Verfassung und Gesetze . Unter dieser Kronos Herrschaft arbeiten die Menschen nicht, brauchen die Menschen kein Haus oder Bekleidung ,weil das Klima von der göttlichen Seite so eingerichtet ist. Auch betreiben sie keinen Ackerbau ,sondern haben reichlich genug an dem, was die Natur ihnen gibt.

Die Menschen unter Kronos sind zum Zweck der Befriedigung ihrer Bedürfnisse weder zur Arbeitsteilung noch zur Arbeit genötigt.
Nach den Mäßstäben der Politeia läge im Zeitalter des Kronos gar keine Polis vor, sondern ein vorpolitischer Zustand den man als „Schlaraffenland“ bezeichnen könnte.
Zum Gegenteil, die Menschen der gesunden Polis sind zu arbeiten gezwungen, und es ist nicht die Rede davon, dass ein Gott für sie sorgt.

Mehr Ähnlichkeit als mit dem Leben der Menschen unter Kronos hat die gesunde Polis mit dem Nomoi oder postkatastrophalen Zustand einer Polis nach einer Überschwemmung.
Nach der Erzählung, nur einige im Gebirge angesiedelten Menschen überlebten die Katastrophe. Diesen Überlebenden hat die Flut (die Krise) eine Menge von früchtbaren Ländern überlassen. Auf diese Weise wird niemand Arm.Die Flut hat sogar alle Metalle so vollständig geschüttert dass niemand Gold oder Silver besitzen kann.Da jeder genug und niemand zu viel hat, existiert kein grund für Neid und Gier, und auch nicht für den Krieg.

Beide utopischen Zustände, Kronos und Nomoi teilen viele Merkmale mit einander, nämlich Abwesenheit von Krieg und Streit, Ausgewogenheit der Lebensverhältnisse, Fehlen von Gesetze. Der Unterschied ist dass unter Kronoszeit herrscht ein Gott.

Die Politeia geht davon aus , dass die Menschen arbeiten müssen um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Nach Sokrates und seine ungeschriebene Lehre, einigen Menschen ,wird das gesunde und einfache Leben nicht ausreichen, sondern sie werden Dinge fordern die über das Notwendige hinausgehen, wie z.B delikate Nahrung, feine Klamotten, Hier entsteht der Wunsch nach Luxus und das die Polis ihren Lebensraum vergrößern muss mit der Entstehung einer Nachfrage nach neuen Dienstleitungen verschiedenster Art.
Die Polis wird dann beginnen Kriege gegen ihre Nachbarn zu führen um ihre Boden zu erweitern und ihre neue Bedürfnissen zu erfüllen.

In der gesunden Polis gibt es keinen Angriffskrieg, weil diese sich innerhalb der Grenzen des Notwendiges bewegt und hiermit zufrieden ist.
Es ist in der Politeia nicht die Rede von einem naturgegebenen menschlichen Streben nach Macht oder Herrschaft über andere was zum Kriege führt, noch gar von einem dem Menschen natürlicherweise innenwohnenden Trieb zur Gewalttätigkeit. Vielmehr, handelt es sich ,modern gesprochen , um eine Dekadenz. Der Verfall wo die Zufriedenheit, durch die Bestrebung nach überflüssigen Dinge ersetzt wird.

Man kann auch die Arbeitsteilung als potentiell spaltendes Element betrachten. Nachdem die Lebensbedürfnisse befriedigt sind , können einzelne Gruppen auf die Idee kommen ,dass ihre Leistung, Organisation oder kulturelle Merkmale wichtiger seien als andere und hieraus höhere Besitzansprüche oder Lebensverhältnisse ableiten.


Bellun omnia contra omnes bei Thomas Hobbes

Der Naturzustand

Die philosophische Konstruktion des Staates bei Hobbes´ Leviathan nimmt ihren Ausgang vom Modell eines menschlichen Naturzustandes der von Hobbes als ein bellum omnium contra omnes , als Krieg eines jeden gegen jeden , beschrieben wird. Dieser schreckender Ausdruck der individuellen Agonalität wird später zur politischen Lehre aufgehoben und dadurch wird das Kriegsführen als eine gesellschaftliche Selbsterhaltungsfunktion legitimiert.

„hereby it is manifest ,that during the time men live without a common power to keep them all in awe, they are in that condition which is called war; and such war , as is of every man ,against every man. For WAR, consistent not in battle only, or the act of fighting ; but in a tract of time, wherein the will to contend by battle is sufficiently known, and therefore the notion of time , is to be considered in the nature of war; as it is in the nature of weather. For as the nature of foul weather ,lies not in a shower or two of rain; but in an inclination thereto of many days together. So nature of war, consistent not in actual fighting; but in the known disposition thereto, during all the time there is no assurance to the contrary. All other time is peace”(Leviathan 13, S. 113)

In diesem Absatz erzählt Hobbes über eine spezielle Art des Krieges dass nach dem Naturzustand gekennzeichnet ist. Diese Kriegsform ist eine sehr extreme wo jedes Individuum ein tatsächlicher Kriegsteilnehmer ist. Der Krieg wäre denn nicht nur die Folge von kämpferischen Handlungen sondern der Zustand von Personen die sich miteinander in gewaltsamem Kampf befinden. Diese „Präsenz“ ähnelt sich einem latenten Wille zum Kampf.

Dieser Wille oder Tendenz wird mit atmosphärischen Phänomenen verglichen. Die Übertragung von Naturwissenschaftlichen Kategorien auf das Soziale, oder umgekehrt, gehört , wie wir schon wissen ,zu der Kunst der politischen Überzeugung. Die Repräsentation einer nicht biologischen Kategorie wie der Wille ist ,steht für uns in Zusammenhang mit dem Konzept der göttlichen Prädestinations der englischen Kirche, da Gott oder die Biologie zu allmächtigen Instanzen und kräftigere Beweismitteln eines vom Gottes bestimmten menschlichen Lebens werden. Diese politische Philosophie von Hobbes stämme aus der wissenschaftlicher Betrachtung der menschlichen Physis im gesellschaftlicher Kontext, so eine Philosophie der Alltagerfahrung, ohne weitere Beschreibung des Kontextes.

Der Begriff Krieg wird sogar nicht nur auf Schlachten angewendet ,sondern auch auf Zeiträume in denen gar nicht gekämpft wird aber wo den Beteiligten ein Wille zum Kampf vorausgesetzt wird. Diese bekannte Bereitschaft der Menschen im Naturzustand zur Vermehrung der Herrschaft über anderen Menschen wäre eine Vorstufe anderer agonalischen Formen. Dieser Zustand wird von Hobbes als ewig (perpetual) bezeichnet. Interessant sind nicht die einzelnen Schlachten und Gewaltakte sondern die Antriebskräfte.

Gleichheit

Hobbes ist der Meinung dass die menschlichen Individuen hinsichtlich ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten so gleich beschaffen sind ,dass der Schwächste in der Lage ist ,den Stärksten tu töten. Diese menschliche Gleichheit wird unmittelbar auf die Handlungsmöglichkeit des Tötens bezogen. So trotz aller möglichen Differenzen, Jeder kann Jeden töten...

Auch die intellektuellen Fähigkeiten der Menschen sind gleich, obwohl die meisten Menschen glauben das nicht weil sie zur Selbstüberschätzung neigen und dadurch den Anderen nicht als Gleicher erkennen und wagen sie es auf Konkurrenzkämpfe einzulassen.


Selbsterhaltung

Was versteht Hobbes unter Selbsterhaltung ?Diese Frage bezieht sich auf das Kernkonzept von Hobbes. Das Hauptproblem ist zu wissen ob die hobbesche Selbsterhaltung nur auf die Sicherung des Überlebens richtet oder ob diese auch die Selbststeigerung und die Selbstbehauptung einschließt.

Nach diesen Fußnoten kann man schon die Vieldeutigkeit des Selbsterhaltungsbegriffes sehen. Es handelte sich nicht nur um den simplen Wunsch nach biologischer Existenzbewahrung sondern auch um das Streben nach einem angenehmen Leben und nach sich in Zukunft erhalten zu können. Dieses Streben schließt auch die Erlangung zukünftiger Güter, wobei jedes erlangte Gut selbst wieder Macht ist und zum Erwerb von mehr macht antreibt. So, innerhalb dieses Modells scheinen Selbsterhaltung, Sicherheit, Macht und Zukunftsorientierung verschieden Formen des gleiches Sachverhalt zu sein.



Vom Kriege. Theorie des Krieges bei Carl von Clausewitz

Das erste Kapitel des Clausewitz Hauptwerkes „Vom Kriege“ ist mit dem Titel „was ist der Krieg? überschrieben. Clausewitz beabsichtigt dort eine Zusammenfassung aller Kriegselemente zu geben.

Bellum als duellum

Als erste Faktor des Krieges, genau wie bei jeder agonalischen Form, erwähnt Clausewitz seiner Dualität. Man kann sich den Krieg als eine grosse Anzahl von gegeneinander kämpfenden Paaren vorstellen. Die Vereinfachung des Krieg- Schemas sollte zum besseren Verständnis der Einfachkeit des ganzen beitragen.

Der dualistische Charakter des Krieges ,in lateinisch bellum, wird mit einem ähnlichen Begriff ausgedrückt: „duellum“ von due und bellum. Aus dieser Betrachtung der Grundnatur des Krieges folgt die weitere Erklärung des Krieg- Sachverhaltes.

Actus belli gegen status belli

Für Hobbes der Krieg war ein Status oder ein Zustand mittlerweile für Clausewitz ist Krieg dagegen eine Handlung. Mit der Betonung des Gefechts oder actus belli betont Clausewitz den wechselseitiger Austausch physischer Gewalt als Haupteingenschaft des Krieges.

Das Bild der Ringer verstärkt das Konzept des simultanen Krafteinsatz der beiden Gegner. Der ganzheitliche Gebrauch aller verfügbaren Mitteln mit der Absicht den Feind entweder niederzuwerfen (wie beim Boxing) oder zu vernichten. Ziel des Krieges ist nicht die Tötung des Gegners sondern seine Wiederstandsfähigkeit zu brechen. Nur wenn das nicht möglich ist, redet Clausewitz über Vernichtung.
Der Akt des Niederwerfens ist zeitlich sehr kurz .
Der einzige Unterschied zwischen Sportkampf und Krieg, nach Clausewitz, ist der casus belli ,eine Angelegenheit ,die den Kampf zu etwas mehr macht als zu einem
Reinen Kräftemessen, zu einem echten Konflikt zwischen widerstrebenden Interessen.
Man kann den Kampf nicht nur als einen Austausch von physischer Gewalt betrachten. Sobald wie eine Feindseligkeit entgegentritt findet man eine Gewalts- skalation die nicht sportlicher Art ist. Denn ist der Vergleich von Clausewitz interessant aber nicht völlig zutreffend besonders wenn man sich mit den selbsverständlichen Folgen des Krieges auseinandersetzt.

Clausewitzs Modell enthält den Kern aller wirklichen Kriege aber kann gleichzeitig nur als Idealtypische Erklärung des Krieges betrachtet werden

Friktion bei Clausewitz

Friktion ist nach Clausewitz der Abstand zwischen reinem Kriegsbegriff und wirklichem Krieg.

Das Konzept von Friktion berührt auf verschiedenen Ebenen. Zuerst auf die Schwierigkeit .,denn auf den Zufall und die Notwendigkeit.
Es ergibt sich das Bild eines Pendels ,das den wirklichen Krieg jeweils zur einen oder zur anderen Seite zieht. Je nachdem, wie groß die Friktionen sind , wir der Krieg zur Seite der Notwendigkeit und Gesetzlichkeit oder zur Seite der Möglichkeit ,des Zufalls, ausschlagen und damit zur Seite des Spiels.

Clausewitz und Machiavellis Fortuna

Fortuna steht bei Machiavelli für den Einbruch des Unerwarteten ,Plötzlichen ,Zufälligen und Unberechenbaren. Das Herrschaftsgebiet von Fortuna ist der Bereich der Unsicherheit ,der Verwirrung, des Chaos. Von Machiavelli wird Fortuna mit einem Naturereignis verglichen oder mit einem Weib .

Tugend als Handlungswirksamkeit

Es ist wichtig ,dass Machiavelli den Typus des uomo virtuoso an der soeben zitierten
Stelle aus dem Principe eher als Draufgänger denkt , nicht als kühl kalkulierenden Menschen. Die Art von virtu, (Tugend) um die es hier geht , unterscheidet sich durchaus von derjenigen , die erforderlich ist ,um Dämme zur Vorbeugung gegen Überschwemmungen zu bauen. Machiavelli hat hier Situationen im Sinn , die erstens so undurchschaubar sind, dass keine Berechnung Zweck hat , und zweitens so schnelle Entscheidungen erfordern , dass der Einsatz des kalkulierendes Verstandes viel zu lange dauern würde. Erforderlich sind statt dessen Gefühle ,Intuitionen, Entscheidungsfreude also Qualitäten der unmittelbaren Handlungswirksamkeit.

Der Fuchs und der Löwe

Im Principe schildert Machiavelli in Anlehnung an Cicero, dass zwei Arten von Auseinandersetzung gibt, diejenige mit Hilfe des Rechts und diejenige mit Gewalt. Die erstere entspricht den Menschen, die letztere den Tieren. Ein Herrscher muss also verstehen , die Natur des Tieres und die des Menschen anzunehmen.

Die Metapher des Löwen steht bei Machiavelli für den geraden Weg zum Ziel, für den vollen Kräfteeinsatz in gefährlichen Situationen, für die direkte Auseinandersetzung mit dem Gegner . Das Bild des Fuchses dagegen steht für die Fähigkeit ,Listen zu erspüren und natürlich auch selbst anzuwenden , Umwege zu denken. Der Fuchs ist ein perfekter Schauspieler (wieder das Spiel). Zur Natur des Fuchses gehört es selbstverständlich dass er seine Fuchsnatur verbirgt und dass er im optimalen Fall die Maske der vollkommenen Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit trägt.

Löwe und Fuchs stellen aber nicht eine Opposition von Gewalt gegen List dar. Genau wie im Falle Apollo und Dyonisos. Beide sind ausdrücklich dem Bereich der Gewalt (forsa) zugeordnet aber unter verschiedenen Erscheinungsformen, wie der Bogen und seine verzuckerte Erscheinungsform, die Lyra.






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